Gran Chaco (1)

Der Gran Chaco, die Region mit mehr als 60 % der Landesfläche, ist mit ca. 100.000 – 200.000 Einwohnern stark unterbesiedelt. Infolgedessen ist die Infrastruktur mit Ausnahme der Mennoniten-Kolonien Filadelfia, Loma Plata, Neuland, etc. völlig unzureichend.

Natürlich hat es einen Grund, dass nur so wenige Paraguayer und Paraguay-Kenner in diese Region ziehen. Hintergrund: Es gibt hier so gut wie kein Süßwasser. Das heißt, man ist in der Regel auf das Regenwasser angewiesen, das man auffangen kann. Fast das gesamte Grundwasser ist stark salzhaltig. Woher diese Salzablagerungen genau kommen, ist nicht völlig erforscht.

Eine häufig vertretene Theorie ist, dass sich bei der Bildung der Kontinente Meerwasser hier abgelagert hat und somit genug Mineralien angereichert wurden, sodass hier auch heute noch ein fast 3 mal so hoher Salzgehalt als im Meereswasser erreicht wird.
Der Boden ist folgendermaßen beschaffen: oben kommt eine ca. 1,50 Meter dicke, sehr fruchtbare Humusschicht. Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass es sich hierbei um einen der fruchtbarsten Böden der Welt handeln würde, mit dem kleinen Zusatz "wenn er genügend bewässert würde" (dieses kleine „wenn“ ist der Haken an der Sache). Dann folgt eine ziemlich wasserundurchlässige Lehmschicht. Darunter kommt bis zu 600 Meter Tiefe in den meisten Fällen lediglich noch salzhaltiges Wasser.

Unabhängig davon sollte jeder Naturliebhaber den Chaco einmal bereisen. Je nach Jahreszeit gibt es in dieser Region bis zu 600 verschiedene Vogelarten, eine große Menge verschiedener Pflanzen und Gewächse. Speziell nach Regenfällen im September bis November ist der Chaco ein Paradies für jeden Farbfotografen.

Für den Touristen ein lohnenswertes Ziel. Nicht zuletzt aufgrund der riesigen Rinderfarmen.


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